Warum das gute alte Radio immer noch seinen Platz hat

Smartphones, Streaming-Plattformen, Podcasts. Wenn man die heutige Medienlandschaft betrachtet, dann bemerkt man zuerst, das es ein nicht zu enden scheinendes Angebot an Medien gibt. Wo man sich früher als Familie vor einem Fernsehgerät versammelte, da schaut man heute auf zwei oder drei Bildschirme gleichzeitig und wo man früher auf den nächsten Morgen warten musste, um einigermaßen neue Informationen zu erhalten, da ist man heute von Ereignissen auf der anderen Seite des Globus höchstens einen Tweet weit entfernt. Und dennoch hat das gute, alte Radio inmitten dieses Überangebots an Medien seinen festen Platz und erfreut sich konstanter Nutzerzahlen. Was auf den ersten Blick erstaunlich klingt, lässt sich aber leicht erklären.

Ein unauffälliger Begleiter

Das Radio war eigentlich schon immer ein Medium, das sich nicht in den Vordergrund gestellt hat. Vielleicht ist gerade das der Grund dafür, dass es sich nach wie vor eines großen Zuspruchs erfreut, obwohl es im Vergleich mit den vielen neuen Angeboten ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Das Programm des Radios, sowohl die Musik als auch gesprochene Inhalte, drängt sich nicht auf und hat somit die Fähigkeit, immer präsent zu sein. Weil man es leicht aus der aktiven Wahrnehmung ausblenden kann, wirkt es selten unangenehm. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Botschaft des Radios nicht ankommt. Im Gegenteil: Menschen nehmen insgesamt viel mehr Dinge auf, als uns das wirklich bewusst ist. Es wurde bereits in unzähligen Studien bewiesen, dass in unserem Gehirn viel mehr Informationen abgespeichert sind, als wir tatsächlich ahnen. Das Radio ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Es bleibt immer da, aber nur wenn wir ein Musikstück besonders gerne mögen oder wenn wir an einer Information besonders interessiert sind, rückt es in den Vordergrund. Die ganzen anderen Lieder und Wortbeiträge aber sind trotzdem in unser Ohr gelangt und sind als Informationen abrufbar.

Bei Werbetreibenden gefragt

Diese Eigenschaften und sein Vermögen, in das menschliche Bewusstsein vorzudringen, ohne störend zu wirken, machen das Radio zu einem sehr gefragten und effektiven Werbeträger. Denn genau das ist der grundlegende Ansatz von Werbung, eine Botschaft im Hirn des Betrachters oder Zuhörers zu platzieren. Um das zu erreichen, wenden Marketingabteilungen verschiedene Strategien an, die uns als Konsumenten oft verborgen bleiben. So kann ein Werbespot im Fernsehen zwar furchtbar nervtötend wirken, er hat es aller Wahrscheinlichkeit nach trotzdem geschafft, den Namen des Werbenden im Gedächtnis zu verankern. Auch Bilder und Symbole haben einen in der Regel unterbewussten Effekt. In vielen Unternehmenslogos, die man sich als Unternehmer mit dem Logo Maker übrigens selbst erstellen kann, steckt eine Botschaft, die man auf den ersten Blick oft gar nicht entschlüsseln kann, die aber trotzdem dafür sorgt, dass wir ein festes Bild vor Augen haben, wenn wir den Namen eines Unternehmens hören. Radio funktioniert in unserem Bewusstsein ganz ähnlich. Vordergründig filtern wir nur die Informationen aus, die wir haben wollen, tatsächlich aber bekommen wir alles mit. Und solange Werbekunden diesen Effekt zu schätzen wissen, solange muss man sich um das Fortbestehen des Radios wohl keine Sorgen machen.

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