Weniger Unfälle auf den Straßen des Wittlager Landes

Die Polizei hat am Freitag in Bohmte wurde die Verkehrsunfallstatistik des Altkreises Wittlage für das Jahr 2018 vorgestellt. Ann Oldiges, Leiterin des Kommissariats Bramsche, Frank Kintscher, Leiter der Polizeistation Bohmte, und Dieter Klenke, stellvertretender Leiter der Polizeistation, erläuterten die Daten. Insgesamt bewegen sich die Zahlen auf stabilem und relativ niedrigem Niveau.

So wurden im vergangenen Jahr in den Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln insgesamt 782 Unfälle registriert. Das waren  89 weniger als im Jahr 2017. 172 Personen erlitten Verletzungen.

Ebenso wie im vorangegangenen Jahr kam zwei Menschen bei Verkehrsunfällen auf den Straßen des Altkreises Wittlage ums Leben. Die Zahl der Schwerverletzen lag bei 43. Das sind etwas mehr als im Schnitt der vergangenen Jahre. Allerdings deutlich weniger als 2017. Der Grund: Im Sommer 2017  ereignete sich ein Busunfall mit 50 Erntehelfern am Kreisel Leckermühle. Dutzende Insassen wurden damals zum Teil schwer verletzt, eine Person davon lebensgefährlich.  Wer wird als Schwerverletzter in der Statistik geführt? „Hier gilt die 24-Stunden-Regel“, erläutert Ann Oldiges. Eine Person, die mindestens 24 Stunden im Krankenhaus verbringen muss, fällt in diese Kategorie.

Beim Alter, der an Unfällen Beteiligten, geb es keine Auffälligkeiten, so Dieter Klenke. Weder die ganz jungen noch die älteren Fahrer (über 65 Jahre) treten in der Statistik besonders hervor.

Eine Million E-Bikes

Welche Gruppen neben den Autofahrern waren an den Verkehrsunfällen beteiligt?  17 Fußgänger, ebenso viele wie im Jahr zuvor und 36 Kradfahrer. Sieben mehr als im Jahr 2017. Stetig steigt allerdings seit geraumer Zeit der Anteil der Radfahrer am Unfallgeschehen. 2019 waren 51 Radfahrer in Unfälle verwickelt. Die Ursache kann nicht überraschen: Es sind mehr Personen mit E-Bikes unterwegs, insbesondere Ältere. „In Deutschland wurden im vergangenen Jahr eine Millione E-Bikes verkauft“, merkt Frank Kintscher an. Die Polizei hat im Trio in Bad Essen eine Infoveranstaltung für E-Bike-Fahrer veranstaltet. Mit großer Resonanz, so Kintscher. Im Herbst soll es deshalb eine weitere Auflage geben. Die Polizei appellierte alle Radler, einen Helm zutragen. Der schütze vor schweren Kopfverletzungen und könne Leben retten.

Häufigste Unfallursachen sind weiterhin zu hohe Geschwindigkeit, zu geringer Abstand und Vorfahrtverletzungen. Gestiegen ist allerdings im Altkreis Wittlage die Zahl der Unfälle mit alkoholisierten Fahrern. „Die Polizei wird darauf mit verstärkten Kontrollen reagieren“, kündigt Oldiges an.

Unachtsamkeit und Ablenkung

Wenn eine Unfallursache ist ungeklärt ist, sind häufig Unachtsamkeit und Ablenkung die Ursache. Davon geht die Behörde aus. Im Klartext: Das Telefonieren mit dem Handy am Steuer und das Schreiben und Lesen von  Nachrichten auf dem Smartphone. Wer nur wenige Sekunde abgelenkt sei, lege bereist eine beträchtliche Strecke im Blindflug zurück, so die Leiterin des Kommissariats Bramsche, zu dem der Altkreis und Wallenhorst gehören.

Unfallfluchten – vornehmlich auf Einkaufsmarktparkplätzen –  machen ungefähr 20 Prozent  in der Unfallstatistik aus. Gut 25 Prozent entfallen auf Wildunfälle, wobei die Dunkelziffer hier schwer zu beziffern ist. Nicht alle Geschädigten melden den Vorfall bei der Polizei.