Nach dem Turnier noch zum Essen

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Nach dem Turnier noch zum Essen

Beim Bad Herrenalber Bridgeturnier geht es zur Sache. Viele Stunden werden beim Turnier verbracht. Am Ende ist die Spitzengruppe eng beisammen, aber der Sieger kommt aus Böblingen.

Bad Herrenalb. „Wir veranstalten alle zwei Jahre ein großes Bridgeturnier in Herrenalb und sind bereits zum dritten Mal im Kurhaus zu Gast“, sagt Helmut Waldmann, der als Vorsitzender zum 55-jährigen Bestehen des Bridge Vereins Bad Herrenalb Mannschaften aus ganz Baden-Württemberg in der Kurstadt begrüßen konnte.

Das anspruchsvolle Kartenspiel, das weltweit rund 700 000 Anhänger hat, ist nicht bloß ein Zeitvertreib. „Wer gewinnen möchte, muss konzentriert sein Spiel machen“, erklärt Waldmann, der wöchentlich jeden Donnerstag im Hotel „Kühler Brunnen“ in Bad Herrenalb zu vereinsinternen Turnieren einlädt. Nun aber war ein großes Turnier auszurichten, bei dem sich Zweiermannschaften aus einem Umkreis von rund 80 Kilometern angemeldet hatten.

„Die Räumlichkeiten und die hervorragende Verpflegung im Kurhaus sind für die insgesamt 72 Teilnehmer einfach wunderbar“, bemerkt Waldmann, der zum Turnier Spieler sowohl aus der Klosterstadt als auch aus Offenburg, Stuttgart, Pforzheim, Karlsruhe, Ettlingen, Baden-Baden, Mannheim, Böblingen und Wörth begrüßen konnte.

Beim Bridge kommt es auf strategisches Denken und Einfühlungsvermögen an. Jeweils zwei Spieler bilden eine Mannschaft. Die Paare nehmen gegenüber voneinander Platz und werden nach den Himmelsrichtungen benannt: Das Nord-Süd-Paar spielt gegen das Ost-West-Paar. Gespielt wird mit französischen Karten, 52 an der Zahl.

Strategie und Taktik sind ausschlaggebend

Das Kartenglück ist bedeutungslos, denn hier kommt es auf Strategie und Taktik an. Da alle Spieler reihum die gleichen Karten verwenden, ist nicht das Blatt entscheidend, sondern das, was jeder Einzelne aus ihm macht. Wichtig ist dabei die Anzahl der Stiche, nicht die Punktezahl wie beim Skat. Daher wird Bridge, ähnlich wie Schach, als Sport ausgeübt.

„Beim Herrenalber Turnier gibt es dreifach Punkte, die sich kein Spieler entgehen lassen möchte“, erklärt Thorsten Kootz, der seit sechs Jahren als Turnierleiter den Herrenalber Bridge-Verein begleitet und selbst als Spieler des Karlsruher Bridgeklubs aktiv in der Bundesliga spielt. Was viele bloß als Zeitvertreib betrachten, ist für ihn das beste Gedächtnistraining der Welt. „Bridge spielen Männer und Frauen auf der ganzen Welt – die Grundregeln sind überall gleich“, erklärt Kootz, der die Spiele nach den Turnierregeln des Deutschen Bridgeverbandes überwacht.

Auserkorenes Ziel des Zweierteams ist und bleibt es, möglichst viele Stiche zu machen. Zunächst wird durch das „Reizen“ ausgelotet, welches Paar wie viele Stiche machen muss und ob es eine Trumpffarbe gibt. Herz und Kreuz heißen im Bridge „Coeur“ und „Treff“.

Möglichst viele Stiche machen als Ziel

Nachdem sich eine Seite mit einer Ansage von Stichzahl und Trumpffarbe durchgesetzt hat, werden die Karten abgespielt. Die eine Mannschaft muss nun versuchen, ihre Stichzahl zu erreichen, die andere hat die Aufgabe genau das zu verhindern.

„Hier ist höchste Konzentration gefordert“, berichtet Willi Wilmsen, der seit zehn Jahren aktiv in Herrenalb spielt. Als strategische Partnerin steht ihm seine Frau Dietlinde zur Seite, die bereits seit drei Jahrzehnten das Spiel mit dem ultimativen Suchtfaktor betreibt. Gespielt wird zu viert an quadratischen Tischen.

Seit 10.30 Uhr ist es mucksmäuschenstill im großen Saal des Kurhauses. Spontane Gemütsäußerungen sind strengstens verpönt, denn schließlich gilt es, mit detektivischem Geschick und schnellem Taktieren, die gegnerische Mannschaft zu schlagen. Und das dauert seine Stunden. Erst um 13 Uhr endet die erste Runde mit einer Pause beim gemeinsamen Mittagstisch.

Das wiederum bietet Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Für Anita Sautter aus Karlsruhe, ehemalige Lehrerin in Bad Herrenalb, geradezu ideal, um soziale Kontakte zu pflegen. „Wenn man mit Leib und Seele beim Turnier dabei ist, macht es besonders viel Freude, sich in den Pausen bei so schönen Rahmenbedingungen auszutauschen.“

Das Turnier besteht aus zwei Runden. Und so wird bis in die Abendstunden weitergespielt. Für die heiß ersehnte Kaffeepause haben fleißige Vereinsmitglieder Kuchen gebacken. Auch Nadine Schlegel vom Parkhaus-Restaurant erhält Lob für ihre Schwarzwälder Kirschtorte.

Team mit Heimvorteil landet auf Rang drei

„Man spielt und verabredet sich danach zum gemeinsamen Essen oder zu Kulturveranstaltungen“, sagt Gisela Angerer, die den familiären Rahmen der Veranstaltung hervorhebt und im Wohlfühlambiente gemeinsam mit ihrer Partnerin Stahl-Görlitz den dritten Platz des Turniers als Herrenalber Team erreicht. Die Sieger kamen dieses Mal aus Böblingen. Platz eins belegt das Ehepaar Staron mit 62,84 Prozent.