Französische Lehrerin findet Bohmter Projektunterricht interessant

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Französische Lehrerin findet Bohmter Projektunterricht interessant

Der Schüleraustausch gehört inzwischen längst zum Schulalltag – gleichermaßen an der Bohmter Oberschule und am Collège Roncherolle in Bolbec. 16 französische Schüler sind derzeit in Bohmte zu Gast und erleben erstmals mit, was es mit einer Projektwoche auf sich hat.

Der grenzüberschreitende Aufenthalt dauert zwölf Tage, die Rückfahrt ist für Freitag, 5. April, geplant. Und bis zum nächsten Treffen der Jugendlichen unterschiedlicher Jahrgänge dauert es dann nicht allzu lange. Der Gegenbesuch erfolgt bereits vom 12. bis 22. Juni. Christine Bouteillan, die auf Bolbecer Seite federführend ist, bereichtet von der (langen) Busfahrt: „Je näher wir dem Ziel kamen, desto aufgeregter wurden alle. Als die Partnerschule fast erricht war, wurde es auf einmal leise.“ Ein dickes Kompliment hatte sie für ihre Sechstklässler, die jüngsten Austauschschüler, parat: „Nach dem Verlassen der Autobahn haben sie aus dem Fenster geschaut und ganz genau die Umgebung beobachtet. Sie sind neugierig und lernbegierig.“

Unterrichtsbesuch

In der ersten Woche des Austauschs gehen die jungen Franzosen so oft sie wollen mit ihren Partnerschülern zusammen in den Unterricht. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich im „quartier genéral“ die Möglichkeit, die begleitenden Lehrer, Christine Bouteillan und Yves Moréno, der vor vier Jahren schon einmal beim Austausch mitgemacht hatte, zu sprechen, Fragen zu klären. Auf deutscher Seite begleiten Cornelia Knäuper und neuerdings Julia Eickhorst-Kunze, deren Familie Bolbec-Erfahrung hat, den Austausch.

Gemeinsames erleben

Zum Programm des Austausches gehören Ausflüge der französischen und deutschen Schüler. Schulleiterin Andrea Beyer: „Die Jugendlichen sollen etwas gemeinsam erleben.“ Bei der Führung in der Autostadt Wolfsburg musste die Gruppe geteilt werden – eine Beschreibung auf französisch wollten sich die jungen Bohmter dann doch nicht antun. Eine Überraschung, so Cornelia Knäuper, erleben die größeren Teilnehmer, als ihnen von einem Youngster Autos, Motoren und Antriebsart erklärt wurden. Sogar die Lehrerin bekam Tipps, welches Auto denn zu ihr passen könnte. Das Fazit insgesamt: „Das war super in Wolfsburg“. Mit dazu gehörte ein Abstecher zum Shopping. Weitere Ausflugsziele sind der Osnabrücker Zoo und das Nettebad.Werbung

Projektwoche unbekannt

Und dann ist da noch die Projektwoche, die am Donnerstag mit der Vorstellung der Ergebnisse und einem Schulfest ausklingt. Dabei wird es dann offiziell: Der Bohmter Bürgermeister verabschiedet die Gäste aus Bolbec, die am Freitagmorgen die Rückfahrt antreten. Apropos Projektwoche. Auf deutscher Seite herrschte im Vorfeld Unklarheit, ob es so etwas auch in Frankreich gibt. Beyer: „Eine Projektwoche ist eine gute Gelegenheit, Schule einmal anders zu erleben.“ Bouteillan erläuterte, dass es „so etwas“ auch in Frankreich geben könnte. Manchmal passiert das, derzeit in Roncherolle aber nicht.“

Sprachliche Klippen

Grundsätzlich gilt beim Projektunterricht: Die Bolbecer begleiten ihre Bohmter Partner. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Wie hätte schließlich ein junger Franzose mit einem plattdeutschen Sketch und dessen Erarbeitung klarkommen sollen? Dort, wo es sinnvoll, war, konnte also getauscht werden. „Wir backen international“, Jazzdance und Hip-Hop, „Mit Sonne fahren? – Ja, das geht“, Actionpainting oder „Wir legen eine Schulgarten an“  sowie „Bolbec – Impressionen aus der Normandie“ lassen sich mit deutlich weniger Sprachklippen vermitteln.

Christine Boutaillan  bezeichnete den jahrgangsübergreifenden Unterricht als „sehr interessant“. Knäuper: „Es entsteht Kontakt zwischen Schülern, die sich sonst nicht treffen. Und die Großen stellen durchaus fest, dass die Kleinen einiges wissen…“ Die Schulleiterin ergänzt: „Das gehört zum sozialen Lernen.“

Unterstützt wird der Austausch vom Deutsch-französischen Jugendwerk, das es hüben und drüben gibt.