Einbrüche in Rom: Eltern der Bad Essener Schüler erheben Vorwürfe


Mehrere Unterkünfte der Schüler des Gymnasiums Bad Essen sind am Montag während ihrer Jubiläumsfahrt nach Rom aufgebrochen worden. Die Diebe stahlen Geld, Wertgegenstände und Handys, ein Schüler wurde von einem der Täter geschubst. Die Stimmung soll angeblich dennoch weiterhin bestens sein, sagen die Offiziellen. Eltern widersprechen dem vehement.

Dieser Artikel wurde am späten Nachmittag um Stimmen betroffener Eltern ergänzt.

Die Diebe drangen in die Mobilheime der Schüler auf dem Campingplatz ein und stahlen Geld, Handys und Uhren, bestätigte Landkreissprecher Burkhard Riepenhoff auf Anfrage unserer Redaktion. Ein Schüler habe einen der Diebe gesehen. Der Junge sei von dem Dieb weggeschubst worden, aber wohl unverletzt geblieben.

Das Gymnasium befindet sich derzeit auf seiner Jubiläumsfahrt, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Knapp 1000 Schüler nehmen an der Fahrt teil. Am Freitag war die Schule mit dem Unternehmen Höffmann Schul- und Gemeindefahrten aus Vechta nach Rom aufgebrochen.

Von Angriff nichts bekannt

Ursula Felhölter, stellvertretende Leiterin des Gymnasiums, bestätigte die Einbrüche auf Anfrage unserer Redaktion. Mehrere Bungalows seien in Abwesenheit der Schüler aufgebrochen worden. Von einem Angriff war ihr nichts bekannt.

Laut Hans Höffmann von Höffmann Reisen, der mit den 978 Schülern vor Ort ist, sind nicht alle Bungalows aufgebrochen worden. Bei einigen hätten die Schüler offenbar die Fenster geöffnet gelassen, sagte Höffmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Unklar sei aber noch, bei wie vielen Bungalows, aus denen Geld und Gegenstände gestohlen worden waren, das der Fall gewesen ist. Ihm zufolge drangen die Diebe in sieben Bungalows ein.

Junge soll geschlagen worden sein

Dem widersprechen der Stiefvater einer Elfjährigen und die Mutter einer 18-Jährigen im Gespräch mit unserer Redaktion. Deren Kinder sind derzeit in Rom. Ihnen zufolge drangen die Täter in etwa 15 bis 20 Bungalows ein. Der Junge sei nicht nur geschubst, sondern in dem Bauch geboxt worden, gibt der Stiefvater seine Elfjährige wieder. Der Vater eines weiteren Kindes sagt, nach Sonntag sei der Einbruch am Montag bereits der zweite in Folge gewesen – passiert sei aber nichts.

Angst unter Schülern

Die Stimmung unter den Schülern sei weiterhin sehr gut, berichteten Höffmann und Felhölter. Auch dem widersprechen die Eltern. Die Stimmung sei alles andere als gut. Viele Schüler hätten Angst und würden zu zweit in den Betten schlafen. „Meine Tochter schläft nun mit einer Schere im Bett“, sagt die Mutter der 18-Jährigen, in deren Bungalow ebenfalls eingebrochen worden war. „Die haben alle Angst“, sagt sie. „Und auch ich habe Angst, dass die Einbrecher nachts wiederkommen.“ Die Mutter einer 17-Jährigen berichtet, viele Kinder hätten Angst und würden am liebsten sofort nach Hause fahren. „Für viele ist diese Fahrt zum Albtraum geworden.“

Die Security wolle ihre Präsenz auf dem Gelände nun verstärken, auch tagsüber, sagte Felhölter vom Gymnasium Bad Essen. Die Mutter und der Stiefvater hingegen berichten unabhängig voneinander über die Erfahrungen ihrer Kinder, wonach auf dem Gelände kaum Security zu sehen war und ist.

Eltern: Kaum Infos zu erhalten

Einen Vorwurf machen die Eltern dem Reiseunternehmer. Von Höffmann gebe es kaum Informationen – weder vor Ort noch über die Infohotline der Zentrale in Vechta. Lediglich die Lehrer würden sich sehr gut um die Schüler kümmern, berichtet die Mutter der 18-Jährigen.

Die Fenster seien marode und könnten teilweise problemlos von außen aufgeschoben werden, gibt der Stiefvater die Elfjährige wieder. „Wir sind fassungslos und ratlos“, sagt er. Die Mutter der 18-Jährigen sagt: „Wir Eltern sind aufgebracht, wir machen uns Sorgen.“

Die Schüler hätten Landkreissprecher Riepenhoff zufolge vorab die Anweisung bekommen, keine Wertsachen in ihren Unterkünften zu lassen. Die Polizei ist eingeschaltet.

Am kommenden Freitag brechen die Jahrgänge fünf bis neun der Domschule mit Höffmann Reisen auf zu ihrer Romfahrt. Die Jahrgänge sieben bis zwölf der Angelaschule fahren am Freitag an den Gardasee.