Adventsfeier nicht nur für Flüchtlinge in Wittlage


Der Verein OK! Bad Essen hatte nicht nur Flüchtlinge am Samstag zu einer gemeinsamen Adventsfeier in den weihnachtlich geschmückten Saal im Heuerhaus der Burg Wittlage eingeladen.
Die Gäste, die sich im Heuerhaus der Burg Wittlage versammelten, stammten aus Syrien, Afghanistan, Somalia und aus dem Irak. Größtenteils waren junge Familien mit ihren Kindern gekommen, die mit Spannung den Nikolaus erwarteten.

 
Christliche Tradition
Maja Winter vom Verein OK! Bad Essen, der vor gut einem Jahr gegründet worden war, um die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auf eine breitere Basis zu stellen , begrüßte die Gäste, die teilweise bereits eigene Wohnungen im Raum Bad Essen bewohnen oder aus der Burg Wittlage und aus Rabber kamen. Rund fünfzig Besucher waren der adventlichen Einladung gefolgt. Winter sagte: „Wir freuen uns sehr, dass Sie mit uns eine besinnliche Adventsstunde feiern wollen. So feiern wir Christen Weihnachten mit Traditionen, Tannenbaum, Plätzchen, Licht, Kugeln und vielen schönen Kindheitserinnerungen, denn das Reich der Kinder ist das größte Reich. Es kennt keine politischen Grenzen, keine Machtbegehren, keinen Hass, keine Rassenunterschiede und keine Religionsunterschiede. Also seien wir heute fröhlich wie die Kinder. Wir können so viel von ihnen lernen.“ Die Worte wurden von Helal Al-Wazani-Faten aus Bohmte ins Arabische übersetzt.
Weiter wurde auf die Aktivitäten im beinahe abgeschlossenen Jahr hingewiesen. Da wurden Schminkkurse besucht, Fußball gespielt, und einige Tage vor der Feier trafen sich Frauen und Kinder in der Oberschule, um dort gemeinsam Plätzchen zu backen, die nun zur Feier serviert wurden.
Zum Vortrag kam die Geschichte „Der keine Baumwollfaden“. Hartwig Ventker von der gleichnamigen Gitarrenschule und sein Schüler Tjark Iwen Witte begleiteten musikalisch auf ihren Gitarren Weihnachtsweisen wie „Kleiner grüner Kranz“, „Dich rufen wir St. Nikolaus“, „Macht hoch die Tür“.

 
Sprachkenntnis bewiesen
Im Anschluss lasen syrische Kinder aus der Sprachlernklasse der Oberschule Bad Essen mit Klassenlehrerin Sarah Weiß im Wechsel aus dem Buch „Es klopft bei Wanja an der Tür“ vor. Die Jugendlichen hatten ihren Spaß und konnten so ihre bereits durchaus guten Deutschkenntnisse unter Beweis stellen.
Eine ganz besondere musikalische Einlage bot Hassan Abdullah aus dem Libanon mit alten arabischen Tänzen, gespielt auf seiner aus der Heimat mitgebrachten Geige und am Keyboard.
Und dann kam der große Augenblick, der die Kinderherzen höherschlagen ließ: Der Nikolaus im roten Mantel und mit ganz langem Bart stapfte mit seinem herein und beschenkte die Kleinsten (auf den Armen ihrer Mütter) ebenso wie größere Kinder und Jugendliche. Und natürlich wurde zuvor auf Deutsch gefragt, ob denn auch alle artig waren und gut gelernt hatten.

 
Reger Austausch
Bei frischem Stollen, teils selbst gebackenen Plätzchen, aber teils auch von Edeka gespendet, Kaffee und Tee kam adventliche Atmosphäre auf und fand ein reger Austausch statt. Dabei zeigte sich, dass fremde Sprachen kein Hindernis sein müssen. Die Kinder der verschiedenen Nationen schafften es schnell, mit ihrer Fröhlichkeit das letzte Eis zum Schmelzen zu bringen.
Und wie Maja Winter anfangs erwähnte: „Von der Fröhlichkeit der Kinder kann mancher Erwachsene viel lernen.“ Hassan Abdullah ließ mit Klängen seiner Geige die Feier besinnlich ausklingen.